
Als Dungeon Master ist eine gute Vorbereitung der Schlüssel zu einer spannenden und reibungslosen Dungeons & Dragons-Session. Doch wie bereitest du dich effizient vor, ohne dich in endlosen Details zu verlieren? Hier sind zehn bewährte Tipps, die dir helfen, deine Session vorzubereiten und deine Spieler mit einer lebendigen Welt zu begeistern.
Wichtig: Jeder DM und jede Rollenspielgruppe ist unterschiedlich. Während die folgenden Tipps mir immer gute Dienste geleistet haben, muss jeder DnD-Tisch seinen eigenen Spaß finden und individuell anpassen. Alle Tipps sind also nur Empfehlungen aber niemals harte Regeln.
1. So viel Vorbereitung wie Spielzeit – aber nicht mehr!
Eine Faustregel: Für jede Minute Spiel sollte ungefähr eine Minute Vorbereitung stehen. Heißt: Eine vierstündige Session braucht etwa vier Stunden Vorbereitung. Aber Achtung: Übertreibe es nicht! Endlose Tabellen, seitenlange Lore und zig verzweigte Storylines sind oft unnötige Arbeit und tauchen im aktiven Spiel selten bis gar nicht auf. Setze den Fokus auf das, was wirklich ins Spiel kommt. Wenn man riesiges Homebrew Worldbuilding mit tausenden Jahren Geschichte machen möchte, sollte man vielleicht lieber ein Buch schreiben anstatt eine DnD-Kampagne zu leiten.
2. Plane Rollenspiel- und Kampf-Elemente bewusst
Überlege dir, welche Momente du den Spielern bieten möchtest: Spannende Kämpfe? Diplomatische Verhandlungen? Rätsel? Versuche, eine gute Mischung aus Rollenspiel und Combat zu finden – die perfekte Balance liegt meist bei 50/50. Es hilft, sich wichtige Storypoints in Stichpunkten zu notieren und diese dann im aktiven Spiel zu nutzen, wenn der Zeitpunkt geeignet erscheint. Manche Spieler lieben Rollenspiel, andere Combat, versuche deine Spielzeit so aufzuteilen, dass deine Gruppe auf ihren Geschmack kommt.
3. Vermeide Railroading – Biete mehrere Lösungswege an
Spieler lieben Freiheit! Nichts ist frustrierender, als wenn es nur einen einzigen „richtigen“ Weg gibt. Überlege dir also verschiedene Möglichkeiten, wie deine Spieler ein Problem lösen könnten: Kampf, Diplomatie, Magie oder einen Trick – je offener deine Welt ist, desto immersiver wird das Erlebnis. Es hilft dir auch, wenn du zumindest schonmal über mögliche Lösungswege deiner Spieler nachgedacht hast, wenn sie diese vorschlagen. Dann musst du nicht 100% improvisieren! Sollte dies aber mal vorkommen, dann lass es geschehen! die besten DnD-Momente entstehen, wenn Spieler kreativ sind und vogelwilde Ideen funktionieren.
4. Drei oder mehr Encounter vorbereiten
Kämpfe sind oft Highlights einer Session. Um flexibel zu bleiben, solltest du mindestens drei Encounter griffbereit haben – so kannst du je nach Verlauf der Session entscheiden, wo du einen Kampf einbaust. Wichtig: Nicht nur die Monster-Stats vorbereiten, sondern auch deren Taktiken. Wenn du gute vorbereitete Encounter hast, dann kannst du diese auch an den unterschiedlichsten Stellen in die Geschichte werfen. Das sorgt für Spielfluss und erzeugt bei den Spielern den Eindruck, dass sie wirklich frei in der Welt agieren können und ihre Entscheidungen Konsequenzen haben.
5. Was macht deinen Spielern Spaß?
Jede Spielrunde ist anders: Manche lieben Detektivarbeit, andere epische Kämpfe. Behalte die Vorlieben deiner Gruppe im Kopf. Vielleicht liebt ein Spieler Intrigen, ein anderer epische Bosskämpfe – baue für jeden ein Highlight ein! Es kann auch toll sein, einzelnen Spielern besondere Charakter-Momente zu geben. Vielleicht trifft die Gruppe auf einen NPC aus der Backstory von einem Charakter oder ein Combat passiert in dem besonders der Barbar hervorsticht, etc. So fühlt sich jeder am Tisch mal wie der Main Character und ist deutlich mehr engaged.
6. Liste mit Namen und Orten anlegen
Deine Spieler sprechen mit einer Wache? Sie betreten eine Taverne? Bereite eine Liste mit passenden Namen und Ortsbeschreibungen vor. So kannst du spontan interessante Charaktere einführen, ohne ins Stocken zu geraten. Dies ist ein einfacher Trick, da ich selbst oft mit Namen ins Stottern komme und nie erinnere, wie ich Orte, Items oder Personen genannt habe.
7. Sei bereit zu improvisieren!
Trotz Vorbereitung wird nie alles genau so laufen, wie du denkst. Und das ist auch gut so! Sei flexibel, reagiere auf die Entscheidungen der Spieler und lasse dich überraschen. Ein guter DM ist immer offen für neue Ideen, die aus dem Spiel entstehen. Dungeons and Dragons hat meiner Meinung nach auch immer etwas mit Improtheater zu tun, also lass dich darauf ein und unterstütze die Spieler dabei kreativ zu sein und flechte ihre Ideen in eure gemeinsame Story ein!
8. Maps, Token, Bilder & Musik für Atmosphäre
Nichts zieht die Spieler mehr ins Spiel als eine dichte Atmosphäre. Bereite Karten, Handouts und vielleicht sogar Miniaturen vor. Visuell hilft dies den Spielenden dabei, sich in das Geschehen hineinzuversetzen. So ist die Aufmerksamkeit und der Spaß am Tisch deutlich größer. Besonders wichtig: Musik! Passende Hintergrundmusik in DnD sorgt für Spannung und macht jede Szene noch intensiver. Bediene dich hier gerne online oder lass dich von deinen liebsten Filmszenen inspirieren.
9. Lerne von anderen Dungeon Mastern
Falls du ein offizielles Modul spielst oder einfach Inspiration suchst: Schau dir auf YouTube oder Twitch andere DMs an. Analysiere, was gut funktioniert und was nicht – so bekommst du ein Gefühl für Dynamik, Timing und Spielerreaktionen. Es gibt sehr gute DMs, die ihr können online demonstrieren. Lerne von ihnen, aber lass dich nicht einschüchtern. Niemand erwartet, dass du genauso gut wie Matthew Mercer bist, aber den ein oder anderen Trick kann man sich abgucken. Mir hat bei Curse of Strahd beispielsweise Mandymods Tipps auf Reddit super geholfen.
10. Bonustipp: Hab Spaß an der Vorbereitung!
Die Vorbereitung einer Session sollte nicht nur Pflicht, sondern auch Freude sein! Lass dich von deinen Lieblingsspielen, Filmen und Büchern inspirieren. Wenn du mit Begeisterung an dein Abenteuer herangehst, spüren das auch deine Spieler – und das macht die Session umso besser!
Mit diesen Tipps kannst du deine DnD-Session gezielt und effizient vorbereiten. Am Ende zählt vor allem: Sei kreativ, flexibel und hab Spaß am Geschichtenerzählen!
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