Der Kleriker zählt zu einer der weniger prestigeträchtigen Klassen in Dungeons & Dragons, obwohl er in D&D 5e overpowered war und zudem so vielfältig ist wie keine andere Klasse. Als Verbindung zwischen Sterblichen und Göttern kann er heilen, Schaden verursachen und zwischen Front- und Backline stehen. Dabei schützt er die Gruppe mit göttlicher Macht. Mit dem neuen D&D 5.5e 2024 Player’s Handbook 🛒 wurden auch die Kleriker-Regeln überarbeitet. Im Folgenden findest du die Änderungen mit Blick auf Mechaniken, Balance und Spielererfahrung.

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Divine Order statt Subklasse auf Stufe 1
Eine der zentralen Umstellungen ist die Wahl der Domäne. Wie wir das bereits beim Hexenmeister mit dem Patron erklärt haben, wird auch beim Kleriker die Subklasse nicht mehr auf Stufe 1, sondern nun auf Stufe 3 gewählt. Für den Kleriker gibt es in der 2024/5.5e-Version stattdessen auf Stufe 1 die neue Divine Order, bei der du eine Spezialisierung wählst:
Protector: Fokus auf Rüstung und Kampf. Man erhält Fertigkeiten in schweren Rüstungen und mit Kriegswaffen.
Thaumaturge: Fokus auf Magie und Wissen. Man erhält ein zusätzliches Cantrip und darf den Weisheitsmodifikator zu bestimmten Intelligenz-Checks (z. B. Arkana oder Religion) addieren.
Diese Änderung hat zwei große Folgen: Erstens wird der Kleriker etwas „offener“ in den ersten Stufen gestaltet, bevor er sich voll mit der Göttlichen Domäne verbindet, und zweitens erlaubt sie eine Rollendifferenzierung zwischen Kampf-Kleriker und Magieverstärker schon frühzeitig.
Neue Optionen für Channel Divinity
Channel Divinity war in der klassischen 5e-Version ein bedeutender Dreh- und Angelpunkt vieler Domänenfähigkeiten. In der neuen Version wurde dieses Feature überarbeitet und erweitert.
Mit Stufe 2 erhält der Kleriker Channel Divinity und zusätzlich die neue Fähigkeit namens Divine Spark neben dem bereits in D&D 5e vorhandenem Turn Dead. Mit Divine Spark wählt der Kleriker eine Kreatur und kann diese entweder heilen oder ihr Schaden zufügen. Gegen den Schaden muss ein Konstitutionsrettungswurf erfolgen. Scheitert dieser, verursacht der Kleriker entweder heiligen oder nekrotischen Schaden.
Sear Undead statt Destroy Undead für mehr Flexibilität
Ein besonders auffälliger Unterschied betrifft den Umgang mit Untoten: In der klassischen 5e-Version kann der Kleriker auf höheren Stufen Destroy Undead einsetzen, um Untote unterhalb eines bestimmten CR (Challenge Rating) automatisch zu vernichten, wenn sie ihren Rettungswurf nicht schaffen. In der 2024/5.5e-Version wird dieser Mechanismus ersetzt durch Sear Undead.
Statt automatisch zu zerstören, verursacht Sear Undead Radiant Damage an allen Untoten, die gegen den Turn-Undead-Effekt scheitern, egal welchen CR sie haben. Diese Änderung entfernt harte Cutoff-Schwellen und ermöglicht, dass selbst mächtige Untote Schaden erleiden, auch wenn sie nicht vernichtet werden.
Blessed Strikes und Potent Spellcasting auf Stufe 7
In der neuen Version heißt Divine Strike nun Blessed Strike ist bereits auf Stufe 7 verfügbar. Der Spieler darf zwischen zwei Optionen wählen:
Divine Strike: Gibt zusätzlichen heiligen oder nekrotischen Schaden mit Waffenangriffen.
Potent Spellcasting: Man darf den Weisheitsmodifikator zu Schaden von Kleriker-Cantrips hinzufügen.
Diese Dualoption erlaubt eine stärkere Spezialisierung: entweder stärkerer Nahkampfschaden oder mehr Magieeffizienz.
Die Göttlichen Domänen und spezialisierten Fähigkeiten in D&D 5.5e
Die Änderungen in den Domänen sind nur minimal und betreffen vor allem die vier Hauptdomänen:
Leben (Life Domain): Die Domänenspruchliste wurde angepasst – z. B. Aid wurde hinzugefügt, um Heilfunktionen zu stärken.
Licht (Light Domain): See Invisibility wurde als Domänenspruch integriert.
List (Trickery Domain): Die Fähigkeit Invoke Duplicity wurde erweitert, neue Optionen wurden hinzugefügt.
Krieg (War Domain): Channel Divinity wurden angepasst, um z. B. Shield of Faith oder Spiritual Weapon ohne Einsatz eines Zauberslots oder Konzentration zu nutzen.
Fazit
Die Änderungen am Kleriker im 2024 Player’s Handbook 🛒 sind subtil, aber greifen tief in den Spielstil ein. Viele Features wurden verschoben, um ein gleichmäßigeres Progressionsgefühl zu ermöglichen, neue Optionen (Divine Orders, Divine Spark, Sear Undead) wurden eingeführt, und traditionelle Domänenfunktionen wurden überarbeitet, sodass sie besser mit dem modernen Kernsystem harmonieren.
Zu den erklärten Designzielen der neuen Version gehört, Kleriker stärker auf Konsistenz statt auf mehrfache Overperformances zu trimmen. Der Fokus sollte darauf liegen, dass Spieler mit klaren Entscheidungen und ohne extreme Ausreißer arbeiten können. Das wird vor allem deutlich, wenn man die Fähigkeiten anschaut: Gerade die Änderung von Destroy Undead zu Sear Undead nimmt zwar den Powergaming-Charakter des Klerikers raus, gibt ihm im Kampf aber mehr Optionen. Allgemein wirkt die neue Version weniger wie ein radikaler Umbau, sondern eher wie eine Verfeinerung: mehr Konsistenz, flexiblere Nutzungsmöglichkeiten und eine klarere Rollenverteilung zwischen Nahkampf- und Zauberfokus. Für Kleriker-Spieler bedeutet das: ein etwas schlankerer Start, aber langfristig mehr Entscheidungsspielraum und eine ausgewogenere Klassen-Performance im gesamten Gameplay.



